Desierto Florido e.V.
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Inmensa Esperanza (Suppenküche, Kulturzentrum, Familienwohnheim)

Projektgebiet

Eingebettet in das karge Wüstenklima am Fuße der Anden liegen Mendoza und seine Vororte mit insgesamt 872.000 Einwohnern. Was dem flüchtigen Betrachter oftmals verborgen bleibt, ist die ausgeprägte gesellschaftliche Fragmentierung. Diese räumliche Trennung von Gesellschaftsschichten in Bezug auf ihr Einkommen, äußert sich in sehr reichen und sehr armen Wohngegenden. Wohingegen das Zentrum einen sehr sauberen Eindruck macht und geprägt ist von üppigem Grün und Springbrunnen, wird man am Stadtrand Zeuge von armseligen Adobehütten und fehlender Infrastruktur, die sich in Sandpisten und teilweise sogar in fehlenden Strom- und Wasseranschlüssen äußert. Darüber hinaus ist die Kriminalitätsrate in den marginalen Vierteln ("Villas") am Stadtrand besonders hoch und Überfälle durch Banden verwandeln die Randbezirke in soziale Brennpunkte. Dem Stadtgebiet vorgelagert befinden sich semilegale oder illegale Hüttensiedlungen, die im Zuge von Land-Stadt-Migration entstanden sind.

Inmensa Esperanza liegt im Stadtteil Carodilla und gehört zum Verwaltungsbezirk von Lujan de Cuyo. Das jetzige Haus von Inmensa Esperanza liegt nahe dem Zuhause von Juanita Prossetti, unserer Projektpartnerin und Gründerin der Suppenküche. Die Personen, die das Angebot der Suppenküche wahrnehmen, kommen zum großen Teil aus mehrere Kilometer entfernten armen Stadtvierteln.

Wie kam es zur Projektidee?

Nach der schweren Wirtschaftskrise im Jahr 2001 verarmte in Argentinien innerhalb von zwei Jahren ein Viertel der Bevölkerung (ca. 8 Mio. Argentinier). Die Situation verbesserte sich in den darauf folgenden Jahren merklich, jedoch lebt eine breite Bevölkerungsschicht weiterhin unterhalb der Armutsgrenze. Seit einigen Jahren verursacht die Inflation eine Steigerung der Nahrungsmittelpreise. Damit wächst das Risiko der Mangelernährung.

Doch nicht nur die Ernährungssicherheit ist durch die Armut gefährdet. Auch der Zugang zu Fortbildungsangeboten und kulturellen Aktivitäten ist eingeschränkt. Insbesondere für Kinder aus ärmlichen Verhältnissen ist es wichtig eine gute Ausbildung zu erhalten, ein stabiles soziales Netzwerk aufzubauen, Solidarität zu leben und mittels Freizeitangeboten spielerischen Freiraum von ihrem harten Alltag zu schaffen.

In den ersten Jahren nach der Wirtschaftskrise gehörte es zum Alltag vieler Argentinier, auf der Straße um Essen zu betteln. Nachdem von Seiten der Regierung keine Verbesserung der Lage in Sicht war, ergriffen viele Personen, die trotz der Wirtschaftkrise noch ein normales Leben führen konnten, die Initiative und es entstanden starke Solidaritätsbewegungen. Um das Nahrungsproblem für Kinder, die teilweise unterernährt waren, zu überwinden, wurden beispielsweise zahlreiche Suppenküchen eröffnet.

In einem Stadtteil von Mendoza war es die engagierte Juanita Prossetti, welche die Not der bettelnden Kinder nicht länger ertragen konnte und aktiv werden wollte. Dies war kein einfaches Vorhaben und von vielen Seiten wurde sie nicht ernst genommen. Doch als es dann zum Tod eines der bettelnden Kinder kam, realisierte Juanita ihre Idee. Zunächst eröffnete Juanita Prossetti in ihrem eigenen Haus eine Suppenküche und erfuhr plötzlich eine erstaunliche Unterstützung von Freunden und Nachbarn in Form von Lebensmittelspenden oder Hilfe beim Zubereiten der Mahlzeiten. Innerhalb weniger Tage fanden zahlreiche Kinder aus der Nachbarschaft den Weg zur Suppenküche. Besorgniserregend war auch der Gesundheitszustand der Kinder. Viele litten unter Erscheinungen von Mangelernährung oder unzureichender hygienischer Bedingungen. In der Suppenküche konnten die Kinder ein Bad nehmen und sie bekamen Unterstützung vom städtischen Krankenhaus.

Der Kontakt zu Juanita Prossetti kam durch Fernando Ruiz Peyre (Gründungsmitglied von Desierto Florido e.V.) zustande. Anfang 2004 begann die Förderung durch Desierto Florido e.V. Die Suppenküche bekam den Namen "Inmensa Esperanza" und weitete seine Aktivitäten im Laufe der Zeit auf kulturelle Angebote, Fortbildungs- und Freizeitveranstaltungen aus und wurde darüber hinaus Ende 2008 zum Wohnheim für zwei bedürftige Mütter mit ihren Kindern.

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